Gelbfilterbrillen haben keinen positiven Effekt- Weder Blendungsempfindlichkeit noch Dämmerungssehen werden verbessert!

So genannte Nachtfahrbrillen können weder das Dämmerungssehen noch die Blendungsempfindlichkeit verbessern. Das hat eine Untersuchung an der Universitäts-Augenklinik Tübingen ergeben.

Zwei qualitativ hochwertige, unterschiedlich stark getönte Gelbfilterbrillen wurden gegen eine Klarglasbrille getestet. Die Untersuchung wurde in einem abgedunkelten Raum vorgenommen. Dem Arzt wurden die Brillen in einem geschlossenen Behälter gereicht, so dass der Untersucher selbst nicht wusste, in welcher Reihenfolge die Gläser geprüft wurden. Mit jeder Brille absolvierten die Probanden einen Sehtest mit und ohne Blendung am Mesoptometer. Es wurden sowohl normalsichtige als auch Personen mit eingeschränktem Sehvermögen untersucht.

Fazit der Testreihe: Weder die Dämmerungssehschärfe noch die Blendungsempfindlichkeit lassen sich mit Hilfe der getönten Spezialbrillen verbessern. Mitunter verschlechtert sich die Sicht sogar durch die Sehhilfen.



Deshalb empfehlen die Wissenschaftler sich bei Problemen an den Augenarzt zu wenden. Er kann überprüfen ob eine neue Brille nötig ist oder ob eine Störung vorliegt, die das Nachtsehen beeinträchtigt.
Die akkommodative Intraokularlinse. Einsatz künstlicher Linsen, nicht nur bei Grauem Star, sondern auch bei Fehlsichtigkeit und Altersichtigkeit.
Bisher wurden künstliche Linsen ausschließlich bei Linsentrübungen (Grauer Star / Cataract) ein-gepflanzt. Zuletzt hat sich die Entfernung der natürlichen Linse aus dem Auge und deren Tausch gegen eine künstliche Linse, auch bei hohen Fehlsichtigkeiten (besonders Kurzsichtigkeit) etabliert (clear lens extraction).

Neueste Entwicklungen versuchen das Spektrum auf die Korrektur der Altersichtigkeit auszudehnen.

Bisher wurden im Rahmen einer Pilotstudie mehr als 100 dieser neuartigen Linsen weltweit implantiert. Über erste Ergebnisse von 11 Patienten (insgesamt 25 Patienten wurden in Deutschland operiert, darunter zwei Patienten aus meiner Praxis), wurde jetzt auf dem ESCRS-Kongress in Amsterdam berichtet.

Die vom französischen Ophthalmologen Prof. Dr. Hanna entwickelte Linse wurde in Erlangen von Prof. Dr. Michael Küchle und Mitarbeitern implantiert. Die Firma HumanOptics AG Erlangen produziert und vertreibt die CE-zertifizierte Linse.

Die Operationen erwiesen sich als unproblematisch. Es gab keine Entzündungen, Blutungen, Nachstar-bildungen, Verklebungen oder Positions-verluste / Verschiebungen der eingepflanzten Linsen.

Die Patienten äußern sich mit dem Ergebnis zufrieden. Die Akkomodationsbreite betrug ein Jahr nach der Operation zwischen +0,75 und +2,75 dpt. Im täglichen Umgang bedeutet dies eine Einstellbreite des „Zooms“ im Auge von Unendlich bis 1,3 Meter im ungünstigsten Fall. Bestenfalls gelingt ein scharfes Sehen bis in 40 cm Abstand. Dies entspricht brillenlosem Sehen in Ferne und Nähe (entspricht der Verfassung eines ca. 45jährigen).

Bisher können langfristige unerwünschte Effekte nicht ausgeschlossen werden. Kurz und Mittelfristig belegt die Studie jedoch bereits die Sicherheit der neuen Linse. Ich werde die Entwicklung für Sie weiter verfolgen und berichten.

Zurzeit ist der Stand der maximalen Operationstechnik, außerhalb der wissenschaftlich forschenden Medizin, die ambulante Operation des Grauen Stares in Tropf / Gel-Anaesthesie mit Nahtloser Technik und faltbarer Linse in der hinteren Augenkammer. Auf Anfrage nenne ich Ihnen gerne Operateure, die diese Technik anbieten.